Hallo zusammen,
ich möchte hier kurz meine ersten praktischen Erfahrungen mit HVO100 in meinem "Dicken" teilen. Da der Motor ab Werk ja doch einen recht kernigen, rustikalen Offroad-Charakter hat, war mir das Thema Motorlaufruhe besonders wichtig.
Mein bisheriges Fazit nach ca. 300 km mit reinem HVO100:
- Spürbare Motorlaufruhe: Das typische, harte Diesel-Nageln – besonders im Leerlauf und beim Kaltstart – ist extrem zurückgegangen. Der Motor läuft akustisch viel "weicher" und harmonischer.
- Weniger Vibrationen: Da der BAW auf einem starren Leiterrahmen steht, wurden Vibrationen vorher recht direkt in den Innenraum übertragen. Das ist jetzt spürbar sanfter geworden.
- Besseres Durchzugsvermögen: Der Wagen hängt gefühlt besser am Gas und zieht elastischer durch. Das deckt sich mit der hohen Cetanzahl (über 70) von HVO100, wodurch der Kraftstoff einfach effizienter und gleichmäßiger verbrennt.
- Angenehmer Nebeneffekt: Die Abgase riechen bei Weitem nicht mehr so streng nach klassischem Diesel.
Da HVO100 aus biologischen Rest- und Abfallstoffen (wie alten Speiseölen) hergestellt wird, lässt sich der CO₂-Ausstoß im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 % senken. Für mich ein weiterer Pluspunkt, um den "Dicken" auch deutlich klimaschonender zu bewegen, auch wenn's ein bisschen teurer ist als normales Diesel.
Wichtiger Hinweis zum Thema Freigabe:
Mir ist bewusst, dass vom Importeur IndiMO derzeit noch keine offizielle Freigabe nach der XTL-Norm (EN 15940) für den BAW 212 vorliegt. Technisch verträgt das moderne Common-Rail-System den paraffinischen Diesel bisher absolut problemlos, rechtlich bleibt es wegen der Gewährleistung natürlich ein eigenes Risiko. Ich werde das Thema beim nächsten Service bei meinem Händler (Autohaus Weigel in Krauchenwies) aber mal ansprechen.
Fährt hier zufällig noch jemand HVO100 im BAW 212 oder den BAIC/DFSK-Modellen? Mich würden eure Langzeiterfahrungen bzgl. Dichtungen und Partikelfilter (DPF) brennend interessieren!
Viele Grüße aus dem Raum Meßkirch!